Nirgendwo in Dortmund, nirgendwo im Ruhrgebiet, vermutlich noch nicht einmal in Europa ist Strukturwandel so greifbar und so weit fortgeschritten wie in Dortmund-Hörde. Mit einem intelligenten und sehr mutigen Konzept verwandelt sich die Stadt und erfindet sich geradezu selber neu und dies ohne die Vergangenheit zu verleugnen. Der über 150 Jahre lang von Schwerindustrie eingeschnürte Stadtkörper Hördes beginnt sich zu rühren. 90 Hektar Stahlwerksfläche werden zum Stadtteil am See, 110 Hektar Hochofengelände zum innovativen Technologiestandort. Mittendrin erwacht ein Ort zum Leben. Die Relikte der industriellen Epoche werden dabei zu Merkzeichen des zukünftigen Stadtbildes: die Hörder Burg, die Hochöfen, die alten Hallen, Labor und Kaue bleiben als Zeugen der Geschichte bestehen.
Und wir legen ein Stück Geschichte mit Zukunft dazu: einen unterirdischen Bunker, den wir 1999 aus den sich auflösenden Strukturen der alten Stahlwerksdynastien herauslösen konnten und in den Folgejahren nach und nach soweit instandgesetzt haben, dass er seit 2008 als Raum für KUNST.unterirdisch genutzt werden kann. Kunst an einem besonders ungewöhnlichen Ort als kleiner Baustein des Wandels.
Einmal im Jahr, im Sommer, soll eine Installation im Rahmen von KUNST.unterirdisch eröffnet werden, die dann 10 Monate lang zu sehen sein wird. Der Aufwand für die Einrichtung der Installation rechtfertigt eine lange Ausstellungsdauer. Die begrenzte Platzkapazität, die nicht dazu geeignet ist, große Besucherströme gleichzeitig einzulassen, macht es sinnvoll, die Ausstellung über einen längeren Zeitraum zu zeigen.
KUNST.unterirdisch ist ein nicht kommerzielles Projekt, das wir aus Interesse an und Begeisterung für Kunst initiiert haben. Wir sind neugierig auf die künstlerischen Konzepte und auf Ihre Reaktionen.
Anne und Richard Schmalöer |
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